Eifel: Vorfrühling in der Trimbser Schweiz

Früh im Jahr, wenn die Kuhschellen ihre ersten Blüten zeigen, ist die östliche Schleife des Nette-Schieferpfads in der Trimbser Schweiz besonders schön. Mit markanten Felsen, alpin anmutenden Magerrasen und Ausblicken über tiefe Täler und sanfte Hügel erinnert das Gebiet tatsächlich etwas an die Schweiz. Die von uns vorgeschlagene Wanderung verläuft über lauschige Pfade und ist trotz eines steilen Anstiegs eher leicht. Du solltest einschließlich Pausen etwa 1,5 Stunden dafür kalkulieren. Weitere Hinweise und einen Link zu einem Streckenplan stehen am Ende des Beitrags.

Zunächst führt uns ein romantischer Weg durch den Mitte März noch winterlich kahlen Auenwald im Nettetal. Als erste Farbtupfer zeigen sich am Boden zahlreiche tütenförmige violette Blüten des Gefingerten Lerchensporns. Ob die Pflanze ihren Namen der Ähnlichkeit des Blütensporns mit der Haube einer Haubenlerche oder der hinteren, spornförmigen Kralle der Feldlerche verdankt, ist unklar.

Mit ihrem klaren Wasser schlängelt sich die Nette durch die Landschaft. Wir verlassen jetzt das Tal und steigen einen Serpentinenpfad hinauf. Im Gebüsch sehen wir einige Exemplare der Stinkenden Nieswurz, einer Verwandten der Christrose.

Ein Blick von oben über das Nettetal zeigt dicht bewaldete Hänge und dunkle Schieferfelsen.

Auch unser Weg erreicht nun eine erste Schieferfelsgruppe. Auf dem kargen, trockenen Boden ringsum gedeiht Magerrasen, aus dem erste Blüten – diejenigen der Kuhschelle – herausgucken. Mit ihrer kräftigen lila Färbung sind sie ein Symbol für den Frühling und sehr typisch für die Eifel, allerdings auch recht giftig. Die Blüte dauert etwa von Mitte März bis Mitte April.

Ansonsten regt sich im Magerrasen, der später im Jahr recht artenreich ist, noch nicht viel. Aber wir treffen auf einen ganzen Teppich aus Lerchenspornen.

Der Pfad schlängelt sich zu einer zweiten Schieferfelsnase hinauf. 

Dann erwartet uns diese exponierte Bank, wo wir mit Blick über die Trimbser Schweiz eine Rast einlegen.

Das Schiefergestein bei Trimbs entstand vor etwa 400 Millionen Jahren im Devon, als sich feine Schichten von Ton und Schlamm in einem flachen, warmen Meer ablagerten und anschließend unter Druck „geschiefert“ wurden – also in dünne, spaltbare Plättchen zerfielen. Durch tektonische Hebung gelangte das Gestein in seine heutige Position.

Unterhalb dieser Felsen blieb eine antike Treppe erhalten. Archäologen sind sich nicht einig, ob sie aus der Römerzeit oder sogar aus der Zeit der Kelten stammt. Eine Infotafel in der Nähe gibt genauere Auskunft darüber.

Ein kurzer, aber steiler Abstecher führt uns zur ehemaligen Schiefergrube „Fuchsloch“ hinunter. Der Abbau von Schiefer spielte im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine wichtige wirtschaftliche Rolle in der Umgebung von Trimbs. Damals war Schiefer als Baumaterial und zum Dachdecken sehr gesucht. Inzwischen ist der Abbau eingestellt worden. Bis zu 200 Meter weit reichte der Stollen in den Berg. Das Betreten ist verboten.

Eine weitere Felsnase und ein weiterer Blick über die Trimbser Schweiz.

Schließlich noch einmal Magerrasen mit Kuhschellen.

Diese Abraumhalde gehört zur ehemaligen Schiefergrube „Wilbert“. Wir begegnen ihr auf dem Abstieg zur Straße, die uns in den Ort zurückführen wird. Deutlich ist die blau-metallische Färbung des Schiefergesteins zu erkennen. Metallischer Glanz entsteht durch hohe Anteile an Glimmermineralen. 1974 wurde das Bergwerk, dessen Schachtturm von der vorherigen Abzweigung oben auf dem Bergrücken zu sehen war, geschlossen.

Bevor wir unseren Ausgangspunkt erreichen, entdecken wir am schattigen Wegrand noch späte Blüten des Schneeglöckchens, dessen Blütezeit ansonsten schon eher vorüber ist. Im Nettetal kommt das Schneeglöckchen recht häufig vor und bildet größere Horste. Als wirklich heimisch gilt es nur ganz im Westen der Eifel. Die Bestände hier bei Trimbs sollen durch Verwilderung aus Gärten entstanden sein. 

Ausgangspunkt unserer heutigen Unternehmung ist in Trimbs der Wanderparkplatz unterhalb der Nettebrücke (Hauptstraße/Auf dem Reusch, GPS 50.323092, 7.299651). Dort zeigt eine Wandertafel den Nette-Schieferpfad, dessen östlich der L 113 gelegene, kürzere Schlinge wir entgegen dem Uhrzeigersinn gegangen sind. Einen Streckenplan habe ich bei Komoot eingestellt.

Busverbindungen nach Trimbs gibt es von Mayen und Koblenz mit mehreren Linien der VMR (Verkehrsbetriebe Mittelrhein).

Schreibe einen Kommentar